Adaptivität im Hochschulstudium. Konzeptionelle Überlegungen zur digitalisierten Unterstützung von selbstreguliertem Lernen

Immer leistungsfähigere Technologien und Online-Lernumgebungen unterstützen Lehre und Studium an Universitäten in vielfältiger Weise. Insbesondere adaptive Lernumgebungen haben das Potenzial, die Studierenden individuell in ihrem Selbststudium zu unterstützen. Jedoch ist das selbstregulierte Lernen (SRL) in unterschiedlichem Maße bei den Studierenden vorhanden und nicht unerheblich an deren Erfolg oder Misserfolg beteiligt. Der Beitrag stellt auf der Grundlage bestehender SRL-Modelle einen Basisprozess zur Förderung von selbstreguliertem Lernen vor und beschreibt anschließend theoriegeleitet mediendidaktische Grundstrukturen einer adaptiven Online-Lernumgebung im Hochschulstudium. Dabei reicht der Prozess vollständig von der Planung, Organisation und Monitoring über die Reflexion bis hin zur Adaption.

Adaptives E-Learning an Hochschulen zur Förderung der Lernmotivation von Studierenden

Lernmotivation stellt eine wichtige Einflussgröße für einen erfolgreichen Lernprozess dar, wurde jedoch gerade im E-Learning Sektor in der Forschung häufig vernachlässigt. Besonders beim selbstregulierten Lernen mit E-Learning Angeboten treten bei ausbleibender Motivation vermehrt Lernblocken, bis hin zu Lernabbrüchen, auf. Adaptive E-Learning Systeme stellen eine Möglichkeit dar, umfassend auf individuelle Bedürfnisse der Lernenden vor oder während des Lernprozesses einzugehen. Zu Parametern wie Vorwissen, Lernziele, Lernstile oder Lernfortschritt gibt es im Kontext adaptiver E-Learning Systeme zahlreiche Forschungsergebnisse und prototypisch umgesetzte Lernplattformen. Im Forschungsvorhaben SensoMot, an dem das Fachgebiet Medienproduktion der Technischen Universität Ilmenau beteiligt ist, wurde eine E-Learning Plattform für die Mikro- und Nanotechnologie in einem mehrphasigen Prozess mit Studierenden evaluiert und in ein adaptives Lernsystem zur Förderung der Lernmotivation überführt. Der folgende Beitrag soll einen Überblick über den Prozess und zentrale Erkenntnisse des Forschungsvorhabens geben.

Arbeiten Sechstklässlerinnen und Sechstklässler mit adaptiven E-Learning-Systemen im Bruchrechenunterricht unterschiedlich?

Adaptive E-Learning-Systeme gelten als Möglichkeit zum Umgang mit Heterogenität in digitalisierten Klassenzimmern. Jedoch nutzen Jungen und Mädchen (Bildungs-)Technologie zum Teil unterschiedlich, was die Frage aufwirft, ob Geschlechterunterschiede im Umgang mit solchen Systemen im Regelunterricht zu erwarten sind. Wir berichten eine empirische Studie mit 256 Sechstklässlerinnen und Sechstklässlern, in der wir auf Prozessdaten zurückgreifen, um diese Frage zu beantworten. Die Ergebnisse lassen schließen, dass hinsichtlich der Nutzung von adaptiven E-Learning-Systemen im Unterricht keine Geschlechter-, wohl aber Individualunterschiede zwischen leistungsstärkeren und -schwächeren Lernenden zu erwarten sind.

TV newscasts. The impact of studio background photos, headlines and camera angles on viewers’ information processing

The German public broadcasting system, ARD, the largest in Europe with more than 12 million viewers per day, modernized the visual arrangement of its traditional newscast, Tagesschau. Before starting to use a brand new studio with a large media wall, for a number of weeks, ARD presented Tagesschau live from the old studio and produced, concurrently, for testing purposes, a recorded version of the same Tagesschau episode in the new studio. The verbal content was identical in both versions; only the visual presentation was different. Because we were able to access both versions, we had a unique opportunity to compare viewers’ processing of TV news information in relation to screen background design and camera angles, in a real-world setting. With the aid of eye tracking, thinking aloud and interviewing tools, we investigated the effect of both version of the presentation. To review and supplement our findings, we then produced our own newscast in a university’s TV studio. Our study revealed how powerfully background photos, headlines and camera angles can support or impair a viewers’ processing of TV news information.